Für wen ich eigentlich stricke
- felibuechler3

- 2. Feb.
- 1 Min. Lesezeit
Ich werde oft gefragt, für wen ich eigentlich stricke.
Und lange hatte ich darauf keine klare Antwort.
Heute weiß ich: nicht für alle.
Und genau das fühlt sich richtig an.
Ich stricke nicht, um Trends hinterherzulaufen.
Nicht, um schneller zu sein als andere.
Nicht, um möglichst viel zu produzieren.
Und ganz bestimmt nicht, um perfekt zu sein.
Meine Maschen entstehen langsam.
Mit Pausen.
Mit Gedanken, die kommen und gehen.
Mit Tagen, an denen es gut läuft –
und solchen, an denen ich wieder ein Stück auftrenne.
Ich stricke für Menschen, die Wärme suchen.
Nicht nur auf der Haut, sondern auch ein bisschen innen.
Für Menschen, die leise sind.
Die lieber fühlen als vergleichen.
Die wissen, dass Handgemachtes Spuren tragen darf.
Ich stricke für all jene, die etwas Echtes schätzen.
Die ein Stück in die Hand nehmen
und spüren, dass jemand Zeit hineingelegt hat.
Keine Eile.
Keine Maschine.
Nur Masche für Masche.

Vielleicht stricke ich auch für Menschen, die müde sind.
Vom Lauten.
Vom Schnellen.
Vom Immer-mehr.
Für Menschen, die sich nach etwas sehnen, das bleibt.
Meine Strickstücke sind nicht makellos.
Und sie wollen es auch nicht sein.
Sie sind so, wie sie sind,
weil sie mit den Händen entstanden sind.
Weil sie Zeit gebraucht haben.
Weil sie nicht gedrängt wurden.
Und genau das bedeutet mir etwas.
Wenn du dich in diesen Zeilen wiederfindest,
wenn dich diese Ruhe anspricht,
dann stricke ich vielleicht auch ein kleines Stück für dich.
Still.
Mit Liebe.
Und ohne Eile.




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