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Zwischen Zweifel und Kreativität

  • Autorenbild: felibuechler3
    felibuechler3
  • 2. März
  • 2 Min. Lesezeit

Es gibt Momente beim Stricken, da laufen die Nadeln fast von selbst.

Die Maschen gleiten ruhig von einer Nadel zur anderen, der Faden findet seinen Weg, und irgendwo zwischen Kaffee, Gedanken und leisem Klicken entsteht etwas Neues.


Und dann gibt es diese anderen Momente.


Momente, in denen die Maschen zwar weiterwachsen, die Gedanken aber stehen bleiben.

Momente, in denen ich meine Stücke betrachte und mich frage, ob sie gut genug sind. Ob sie mithalten können. Ob sie überhaupt jemanden berühren.



Manchmal liegen Zweifel still neben dem Garn
Manchmal liegen Zweifel still neben dem Garn













Zweifel sind leise Begleiter im kreativen Prozess.

Sie sitzen oft unbemerkt neben mir auf dem Sofa, während ich stricke. Manchmal flüstern sie nur. Manchmal werden sie lauter.


Ich sehe die Arbeiten anderer und spüre, wie sich etwas in mir zusammenzieht.

Ihre Farben wirken stimmig, ihre Stücke mühelos, ihre Fortschritte schnell.

Und mein eigenes Strickstück liegt plötzlich schwerer in den Händen, als hätte es all diese Vergleiche aufgesogen.


An manchen Tagen frage ich mich, ob ich überhaupt gut genug stricke.

Ob meine Sachen besonders sind oder einfach nur still existieren.

Ob sich die Mühe lohnt, wenn sie kaum gesehen wird.


Dann stockt der Faden.

Nicht, weil die Technik schwierig ist, sondern weil der Kopf zweifelt.


Manchmal ribble ich auf.

Und mit jeder gelösten Masche löst sich auch ein Stück Erwartung, ein Plan, ein Bild davon, wie es hätte werden sollen.

Zurück bleibt Garn. Und ein kurzer Moment der Enttäuschung.


Aber auch Raum.


Denn Kreativität ist kein gerader Weg. Sie ist ein Hin und Her, ein Ausprobieren, ein Zweifeln, ein Neubeginnen.

Masche für Masche entsteht nicht nur ein Strickstück, sondern auch Vertrauen. Vertrauen, dass der Prozess seinen eigenen Rhythmus hat.


Ich stricke nicht, weil alles perfekt ist.

Ich stricke, obwohl ich zweifle.

Weil die Hände beschäftigt sind, wenn die Gedanken kreisen. Weil selbst langsame Reihen Fortschritt bedeuten.


Vielleicht gehören Zweifel und Kreativität einfach zusammen.

Wie zwei Fäden, die sich umeinanderlegen, Spannung halten und erst gemeinsam ein tragendes Gewebe bilden.


Es gibt Tage, an denen ich voller Freude stricke.

Und es gibt Tage, an denen ich zweifle und trotzdem weitermache.


Beides darf da sein.


Und vielleicht liegt genau darin die leise Kraft des Strickens:

Dass es keinen perfekten Moment braucht. Keine perfekte Stimmung. Keine perfekten Maschen.


Nur die Bereitschaft, den Faden wieder aufzunehmen.


Masche für Masche.

Gedanke für Gedanke.

Ganz still, irgendwo zwischen Zweifel und Kreativität.

 
 
 

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