✨ Hinter den Kulissen im Fadenböxli - wie meine handgemachten Stücke entstehen
- felibuechler3

- 20. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Es gibt wenige Dinge, die mich so erfüllen wie der Moment, in dem aus einem einfachen Garn ein fertiges Stück entsteht. Viele sehen nur das Endprodukt – ein Tuch, eine Stola, ein Paar Stulpen. Aber jedes einzelne Stück trägt eine kleine Geschichte in sich.
Darum möchte ich dich heute mitnehmen: Hinein in mein Fadenböxli, in meinen kreativen Prozess, in die Ruhe, die ich beim Stricken finde.
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1. Anfang – eine Idee, ein Gefühl, ein Farbmoment
Oft beginnt alles mit einer Farbe. Ein Strang, der mich plötzlich anlacht. Ein weicher Faden, der sich schön anfühlt. Eine Stimmung, die irgendwo in mir auftaucht – manchmal beim Spaziergang mit Quenja, manchmal bei einer Tasse Kaffee, manchmal mitten im Alltag.
Farben sind für mich Emotionen.
Und sobald eine Farbe in mir ein Gefühl auslöst, weiss ich: hier entsteht etwas.

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2. Die Garnwahl – Qualität, die man spürt
Ich arbeite bewusst mit hochwertigen Garnen: Merino, Bourette-Seide, Glitzer, Farbverläufe, handgefärbte Stränge.
Sie haben Charakter.
Sie fallen schöner.
Und sie sind einfach angenehm zu tragen.
Ich möchte, dass jedes Stück nicht nur hübsch aussieht, sondern sich gut anfühlt – weich, warm, anschmiegsam. So wie ein kleines Stück Geborgenheit.
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3. Farben und Muster – mein kleines Experimentierlabor
Wenn ich ein neues Stück plane, mache ich fast immer eine Maschenprobe. Das ist mein Mini-Testfeld, mein Ort zum Spielen:
Wie wirkt das Muster?
Wie verändert sich der Farbverlauf?
Wie fällt das Garn?
Harmonieren die Fasern miteinander?
Besonders bei Farbverläufen ist das wichtig, denn jeder Verlauf erzählt eine eigene Geschichte – und ich möchte, dass sie im fertigen Stück richtig zur Geltung kommt.
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4. Das Stricken – mein Ruheort
Stricken ist für mich mehr als eine Tätigkeit.

Es ist ein Rhythmus. Eine Pause. Ein Zurückkehren zu mir selbst.
Wenn ich stricke, wird alles ruhiger. Die Gedanken ordnen sich.
Masche für Masche entsteht ein Stück, das es so kein zweites Mal gibt.
Jede Masche trage ich bewusst – und manchmal mit einem Lächeln.
Ich habe kein Fließband.
Kein „muss schnell fertig werden“.
Jedes Stück bekommt seine Zeit – so lange, wie es eben braucht.
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5. Das Finish – der Zaubermoment
Wenn ein Stück fertig gestrickt ist, sieht es schon schön aus – aber der richtige Zauber passiert erst beim Waschen und Blocken.
sanftes Handwaschen
mit einem Handtuch ausdrücken
in Form ziehen
Muster öffnen
Fasern entspannen lassen
Plötzlich wächst das Tuch, das Muster entfaltet sich, die Struktur wird sichtbar.
Das ist einer meiner liebsten Momente – fast wie ein kleines Erwachen.
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6. Fotos – die Schönheit einfangen
Das Fotografieren ist für mich der schwierigste Teil im ganzen Prozess. Ich habe kein natürliches Händchen dafür - und oft das Gefühl, dass die Bilder nicht ganz zeigen, was ich eigentlich sehe und fühle, wenn ich ein Stück in den Händen halte.
Trotzdem probiere ich es immer wieder. Verschiedene Hintergründe, Lichtstimmungen und Perspektiven.
Manchmal brauche ich ein paar Anläufe, bis ein Bild entsteht, das sich richtig anfühlt.
Es soll warm wirken. Echt. Einladend.
So wie ein gestricktes Stück, das man gerne anfasst oder sofort anziehen möchte.
Auch wenn mir das auf Fotos nicht immer gelingt,
Steckt in jedem Bild der ehrliche Versuch, genau dieses Gefühl einzufangen.
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7. Der Moment, in dem ich es in den Shop stelle
Wenn alles fertig ist – Garn, Muster, Gefühl, Pflege, Fotos – kommt das Stück in den Shop. Mit Beschreibung, Pflegehinweisen und Materialien.
Dann ist es bereit, ein neues Zuhause zu finden.
Und jedes Mal, wenn ein Stück verkauft wird, freue ich mich wie am ersten Tag.
Es ist etwas Persönliches. Ein Stück Zeit. Ein Stück Ruhe.
Und ich weiss: Da draussen trägt jemand etwas, das mit viel Herz entstanden ist.
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✨ Fazit
Hinter jedem Stück steckt mehr als Garn und Zeit.
Es steckt Inspiration darin, Ruhe, Geduld und Liebe.
Und genau das macht das Fadenböxli für mich so besonders:
Es ist kein Shop.
Es ist ein Ort, an dem meine Kreativität lebendig wird – Masche für Masche.




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